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Der Wert einer Kultur ist daran zu ersehen, wie sie sich den Tieren
gegenüber verhält.

Mahatma Gandhi (1861-1948) indischer Freiheitskämpfer u. Politiker
Blutegeltherapie:

Der Blutegel ist schon langer Zeit für seine heilende Wirkung bekannt. Die ersten Aufzeichnungen bezüglich des Einsatzes von Blutegeln in der Medizin stammen aus dem Zeitraum 1500 vor Christi. Mitte des 19.ten Jahrhunderts war durch den starken Verbrauch die Blutegelpopulation so dezimiert, dass der Blutegel vom Aussterben bedroht war. Heute steht er unter Artenschutz.

Biologie des Blutegels

Der medizinische Blutegel (lat. Hirudo medicinalis) ist als Ringelwurm mit dem Regenwurm verwandt. Der Blutegel hat einen ovalen Querschnitt der sich an den beiden Körperenden verkleinert. An den beiden Enden befindet sich jeweils ein Saugnapf. Der hintere Saugnapf dient lediglich zum Festhalten. Der vordere Saugnapf beinhaltet die Mundöffnung. Im Mund liegen 3 Kiefer die ca. 80 Kalkzähnchen haben. Diese raspeln sich vorsichtig durch die Haut, um zum Ziel der Wünsche – dem Blut zu gelangen. Zwischen den Kalkzähnchen sind Öffnungen, durch die die SALVIA, der Blutegelspeichel, abgegeben wird.

Was macht die Wirkung des Blutegels aus?

Der Biss eines Blutegels ist zu vergleichen mit einem Insektenstich und somit ausgesprochen schmerzarm. Während des Saugvorganges scheidet der Blutegel ein Sekret in die Wunde ab. Dieser Wirkstoffcocktail, der durch den Biss in die Wunde injiziert wird, besteht aus unterschiedlichen Substanzen z.B. Hirudin, Egline, Kollagenase, Apyrase und eine histaminähnliche Substanz. Durch die unter anderen histaminähnliche Substanz werden die Blutgefässe erweitert. Erleichtert wird das Saugen des Blutegels durch das Hirudin, welches er aus seinen Speicheldrüsen in die Wunde absondert. Das Hirudin hält das Blut flüssig, indem es die Blutgerinnung verhindert. Der Wirkstoffcocktails des Blutegels (Hirudo) wirkt unter anderem entzündungshemmend, gerinnungshemmend und schmerzstillend. Durch diese Wirkstoffe wird das Blut verflüssigt, es kann leichter und schneller fließen, es kommt mehr Sauerstoff in das geschädigte Gebiet, Staugebiete werden abgebaut und Schlackenstoffe schneller abgeleitet. Durch das gewünschte Nachbluten der Wunde kommt es zu einem sanften Mirkoaderlass und die Wunde wird von Sekundärinfektionen gereinigt. Die Reaktion des Körpers wird in Gang gebracht. Die Nahrungsaufnahme des Blutegels (Hirudo) dauert zwischen 30 Minuten bis 2 Stunden. Ein Blutegel saugt, je nach Größe, 20-50 ml Blut, durch die Wunde fließt etwa die gleiche Menge beim Nachbluten ab. Das Gewicht des Blutegels wird um ein Vielfaches erhöht. Sobald er satt ist, lässt der Blutegel von selbst los. Die Wunde blutet noch einige Stunden nach, was völlig normal und erwünscht ist.

Vorbereitung Ihres Tieres zur Blutegeltherapie:

Ihr Tier sollte zwei Tage vor der Behandlung nicht mit Salbe, Creme oder Seife behandelt werden. An dicht behaarten Applikationsstellen kann das Rasieren erforderlich werden.

Wann kommt der Blutegel zum Einsatz:

Durch seine blutverdünnende und gefäßerweiternde Wirkung ist der Blutegel der ideale Therapeut für Durchblutungsstörungen. Prinzipiell können Blutegel bei allen Krankheiten die mit Durchblutungsstörungen einhergehen oder infolge von Durchblutungsstörungen entstehen, eingesetzt werden. Gleichzeitig kann festgestellt werden, dass die Blutegeltherapie auch bei Schmerzen eine Besserung herbeiführen kann. Die Anzahl der Blutegel kommt auf die Größe Ihres Tieres an. Pro 10 kg Körpergewicht ca. 1 Blutegel einmal in der Woche. Bei einem Gewicht unter 10 kg kann keine Blutegelbehandlung durchgeführt werden. Positive Wirkungen konnten festgestellt werden bei:

  • Erkrankungen des Bewegungsapparates z.B. Arthrose, Bandscheibenvorfälle, Gelenkrheuma, Muskelkrämpfe, Wirbelsäulenbeschwerden.
  • Verletzungen und Operationen z. B. Prellungen, Zerrungen, Quetschungen, Überlastungsbeschwerden, Blutergüsse,
  • Erkrankung der Haut z.B. Abszesse, Furunkel, Entzündungen, Fettgeschwülste,
  • Diabetes meelitus.

Kontraindikationen für eine Blutegeltherapie:

  • bei angeborener und erworbener Blutgerinnungsstörung wie z.B. Bluter
  • vorhandene Immunsuppression,
  • ausgeprägte Blutarmut,
  • bekannte Allergie gegen das Sekret der Blutegel
  • bei Tieren mit einer schlechten Konstitution.

Relative Gegenanzeige für eine Blutegeltherapie

  • Therapie mit Acetylsalicylsäure (kurz: ASS - Wirkstoff vieler Arzneimittel) ,
  • leichte Blutarmut,
  • Abwehrschwäche,
  • Trächtigkeit,
  • schlechter Allgemeinzustand.

Durchführung einer Blutegelbehandlung:

Für eine Blutegelbehandlung müssen Sie unter Umständen viel Zeit mitbringen, weil die Blutegel manchmal bis zu zwei Stunden saugen.

Auswahl:

Ich werde nur gesunde und beißwillige Egel verwenden. Am besten geeignet sind:

  • Egel die sich rasch und lebhaft im Wasser schlängen,
  • die sich gleich an einer Hand festsaugen wollen,
  • die sich auf Berührung sofort reflexartig zur Olivenform zusammenziehen.

Ansetzen:

Die Egel werden mit Hilfe eines kleinen Glasröhrchen, einer abgeschnittenen Einmalspritze, eines kleinen Schröpfglases oder einem Holzspatel aus dem Glasbehälter geholt. Dann setzte ich die Blutegel auf die entsprechende Stelle auf. Wenn der Blutegel eine passende Stelle gefunden hat, saugt er sich fest und säbelt mit seinen drei Kiefern die Haut an.

Während des Saugens sollte man die Blutegel ungestört lassen. Je nach Möglichkeit versuche ich sie mit einer kleinen Kompresse und Watte zuzudecken, damit sie weder Kälte noch Licht
ausgesetzt sind und die Hautstelle nicht abkühlt.

Die Egel lassen von selbst los, sobald sie voll gesogen sind, normalerweise nach etwa 20 bis 60 Minuten. An sehr gut durchbluteten Hautstellen können sie schon nach 10 Minuten fertig sein (selten). Unter ungünstigen Umständen kann es aber auch zwei Stunden dauern.

Nachbehandlung:

Nach dem Abfallen der Blutegel dauert es gewöhnlich drei bis zwölf Stunden, bis die Blutung aus den dreizackigen Bisswunden zum Stillstand gekommen ist. Aber auch mehr als 24 Stunden können bei Bissen von größeren Tieren noch als normal gelten. Das langsame Ausströmen des Blutes ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Bei rascher Blutstillung sind die Behandlungserfolge erfahrungsgemäß geringer und die Wunden zeigen eine erhöhte Entzündungsbereitschaft. Bei guter Nachblutung deckt man die Wunde nur provisorisch ab und kontrolliert nach ca. 30 Minuten. Erst danach legt man den endgültigen Verband locker an. Am nächsten‚Tag steht die Blutung gewöhnlich und der Verband kann reduziert werden. Die Krusten fallen nach ca. einer Woche von selbst ab. Längere Aufenthalte im Wasser sind in den nachfolgenden Tagen zu vermeiden, damit die Krusten sich nicht vorzeitig lösen.

Nebenwirkungen:

Neben dem Nachbluten, das ja erwünscht ist, kann nach ca. 2 bis 48 Stunden nach der Behandlung um die Bissstelle eine Rötung auftreten, die mit Juckreiz und einer leichten Schwellung verbunden ist – vergleichbar mit einem Mückenstich. Dadurch kann es möglich sein, das sich ihr Tier kratzt und somit eine Wundinfektion bildet. Durch Auftragen von juckreizstillenden Produkten können sie dieses Problem entschärfen.

Tierpraxis für Naturheilkunde Karola Zedler – Telefon 0391 7 37 48 74 – info@tierheilpraxis-zedler.de